04 September 2009

Wikipedia und die Homöopathie

Nehmen wir mal den Beitrag zur Homöopathie auf Wikipedia:

Da werden Glaubenskriege ausgefochten! Mit Werturteilsfreier Wissenschaft (die die Wissenschaft ja sein will), hat das sicher nichts zu tun.

Eine front der Ablehnungsgegner hat sich durchgesetzt, obwohl erst in neueren Umfragen bestätigt wurde, dass über 50% der Bevölkerung Vertrauen in die Homöopathie haben.

Vernünftige Ansätze zu einer neutraler geprägten Variante des Homöopathie-Wikipedia Artikels scheitern regelmäßig, wie aus dieser Diskussion zu entnehmen ist:

In einem Enzyklopädie-Artikel würde ich eine neutrale Darstellung erwarten, die auf verschiedene Positionen hierzu maximal verweist ohne sie selbst einzunehmen. Ich bin davon ausgegangen, dass Wikipedia solch ein Medium ist. Das ich da im Irrtum bin, sieht man an diesem Artikel wunderbar deutlich. Dafür wollte ich mich ja ursprünglich eigentlich nur bedanken. Denn ich hätte ja fast für Wikipedia gespendet. Und ich bin von dieser Neutralität und damit einer guten, zumindest ersten Informationsquelle ausgegangen. In der Homöopathie kenne ich mich zufällig (aber wirklich nur ein wenig) aus. Bei vielen anderen Bereichen ist das nicht so und dann hätte ich vielleicht bei Wikipedia nachgesehen und nicht so klar die fehlende Neutralität gesehen. Damit hat mir dieser Artikel sehr geholfen, Wikipedia-Artikel künftig - wenn überhaupt - dann sehr kritisch zu betrachten. Einen Artikel zur Homöopathie sollte ein Homöopath verfassen, kein Arzt. Sowie medizinische Artikel (hoffentlich) von Ärzten geschrieben werden. Philosophische von Philosophen etc. Oder schreiben bei Wikipedia vielleicht die Physiker die Medizinartikel, die Mediziner die Homöopathie-Artikel und die Homöopathen Geschichtsartikel? Und das Einbringen von existierenden Gegenpositionen oder umstrittener Sachverhalte sollte einerseits selbstverständlich sein und lässt sich sicher anderseits durch "Kontrolleure" gewährleisten. Ein klassicher Arzt mag unter Umständen keine Homöopathie, weil sie dem widerspricht, was er gelernt hat. Homöopathie funktioniert eben einfach anders. Damit muss sie nicht besser oder schlechter sein. Es gibt doch inzwischen sogar viele Ärzte, die sich mit homöopathischen Behandlungsmethoden anfreunden. Aber alle diese Argumente muss man doch nicht im für und wider hier ausstreiten. Der Homöopathie-Artikel ist schlicht und einfach keine neutrale Darstellung der Homöopathie. Wenn diese Darstellung im Sinn der Grundsätze von Wikipedia ist, dann habe ich mit diesem Artikel viel gelernt. Über Wikipedia.

Die Neutralität könnte so gewahrt werden wie hier vorgeschlagen:

So könnte z.B. statt "Ihr wichtigster und namensgebender Glaubenssatz ist das Ähnlichkeitsprinzip: „Ähnliches soll durch Ähnliches geheilt werden“ (similia similibus curentur, Hahnemann). Homöopathen glauben, das entscheidende Auswahlkriterium für ein Homöopathikum sei, ..." neutral formuliert werden: Für Homöopaten gilt das Ähnlichkeitsprinzip: „Ähnliches soll durch Ähnliches geheilt werden“ (similia similibus curentur, Hahnemann). Homöopathen sind der Ansicht, das entscheidende Auswahlkriterium für ein Homöopathikum ist ...

Wie gesagt.

Es werden Erklärungsmodelle und Versuche herangezogen die die Homöopathie SO nicht erklären können:

Es ist heute unbestritten, dass größere Verdünnungen als etwa 1:1024 – was einer Potenzierung von D24 oder C12 entspricht – statistisch gesehen kein einziges Molekül der Ausgangssubstanz enthalten. Eine solche Verdünnung entspricht ungefähr dem Auflösen einer Kopfschmerztablette im Atlantik. Hahnemann hätte dies bereits wissen können, da zu seiner Zeit bereits das dalton’sche Atommodell als gängige Lehrmeinung eine unendliche Teilbarkeit einer Stoffmenge verbot.

Das bedeutet aber nicht dass die Homöopathie damit widerlegt ist - das Modell zur Erklärung taugt eventuell nicht.

Mehr dazu in Homöopathie: Forschung und Kritik

Weitere verwandte Artikel in diesem Blog:

Schüssler Salze

Hier noch ein Beitrag der etwas mehr Hintergrundinformationen zum Thema Homöopathie liefert:



So könnte auch ein Lexikon Beitrag aussehen.

AKTUELL im Sommer 2010: Der Vorschlag "Homöopathie sofort streichen!"

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

"Eine front der Ablehnungsgegner hat sich durchgesetzt, obwohl erst in neueren Umfragen bestätigt wurde, dass über 50% der Bevölkerung Vertrauen in die Homöopathie haben."

Das ist ja nicht Punkt. Wissenschaft kann nicht Gegenstand einer demokratischen Abstimmung unter Laien sein.